AUFGABE
Heilige Texte
Bhagavad Gita, Quelle: app.royalstock.cloud
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Das Mädchen im Hintergrund

Die ältesten Schriften der Welt

Keine andere religiöse Tradition kann sich auf derart zahlreiche und so alte heilige Schriften berufen wie der Hinduismus. Die meisten dieser Schriften sind in der Sprache Sanskrit verfasst und wurden vor zwei- bis dreitausend Jahren auf dem indischen Subkontinent niedergeschrieben.

Für gläubige Hindus gibt es zwei Stufen heiliger Autorität: Die Shruti, das heisst von den Sehern der vedischen Zeitperiode, zirka 4500 – 2500 vor Christus, innerlich gehörten Schriften, und die Smriti, also später aufgezeichnete oder erinnerte Schriften.

Geheimlehre

Die vier Veden gehören zu den Shruti-Schriften und bilden den Grundstock der heiligen Überlieferungen. Aus den vier Veden haben sich drei andere Gruppen von schriftlicher Überlieferung entwickelt, die ihren Höhepunkt in den Upanishaden fanden. Die upanishadischen Lehren wurden während Jahrhunderten geheim gehalten und ausschliesslich mündlich von spirituellen Lehrern an ausgewählte Schülerinnen und Schüler weitergegeben. In der Religionsgeschichte Indiens leiteten die Upanishaden einen wichtigen Wandel ein, indem sie das Augenmerk von den äusserlichen Opfer-Ritualen der alten vedischen Zeit hin zur Verinnerlichung durch Meditation und Yoga lenkten.

Heilige Schriften und Bollywood

In den Augen orthodoxer (rechtgläubiger) Hindus sind die Veden heiliger als die später niedergeschriebenen Smriti. Dennoch haben die Smriti-Schriften einen besonders intensiven Einfluss auf den Alltag «gewöhnlicher» Hindus. Dies gilt besonders für die beiden grössten Epen der indischen Literatur, das Ramayana und das Mahabharata. Niedergeschrieben zwischen zirka 600 vor Christus und 400 nach Christus, werden sie bis heute rezitiert, bei Festen erzählt und regelmässig in grossen indischen Fernsehserien (Bollywood) übertragen.

Das Ramayana ist die Geschichte von König Rama und seiner Frau Sita. Es berichtet von der Verbannung des Königssohns Rama ins Exil, seinen Kämpfen mit Dämonen und den Prüfungen seiner Gemahlin Sita. Die Bedeutung des Ramayana liegt wesentlich in den darin vermittelten geistlichen Belehrungen und moralischen Werten, wie Rechtschaffenheit, Nächstenliebe und Pazifismus.

Auch das Mahabharata ist ein Epos von monumentalem Ausmass mit hunderttausend Versen. Für die Hindus ist das Mahabaharata eine Schatztruhe mit tiefgreifenden Weisheiten und vergnüglichen Geschichten über Helden, Schurken und weltentsagenden Heiligen.

Gita = «Bibel» der Hindus

Der berühmteste Teil des Mahabharata ist die Bhagavad-Gita (Gottes Gesang), kurz Gita. Dieses spirituelle Gedicht wird zuweilen auch als Bibel der Hindus bezeichnet. Von der inhaltlichen Form her ist die Bhagavad-Gita ein Gespräch zwischen dem verkörperten Gott Krishna und seinem Schüler Prinz Arjuna. Krishna erteilt seinem Schüler Arjuna auf dem Schlachtfeld von Kurukshetra eine religiöse und philosophische Unterweisung, um ihn aus seinem inneren Zwiespalt zu befreien und zum Kampf zu bewegen.

Das berühmte Gespräch wird von zahlreichen Hindu-Interpreten als Sinnbild betrachtet, genauer gesagt als ein Zwiegespräch zwischen der inneren Göttlichkeit (Krishna) und der menschlichen Seele (Arjuna) auf dem Schlachtfeld des Lebens. Danach verkörpern die feindlichen Heerscharen, gegen die Arjuna kämpfen muss, die egoistischen Kräfte des Menschen. Gemäss dieser Interpretation bezieht sich die Gita daher nicht auf einen realen Krieg und es ist kein kriegerisches Buch, sondern es geht um die Selbstwerdung und die religiöse Suche.

Ein zentraler Begriff der Bhagavad-Gita ist auch die Hingabe (Bhakti). Gemeint ist die liebe- und hingebungsvolle Beziehung und Verehrung des Gottsuchers gegenüber dem Höchsten Gott.

Religiöse Lektüre im Alltag

Fromme Hindus lesen täglich in den Schriften. Besonders häufig werden im Privatkreis und in gemeinschaftlichen Lesungen populärere Schriften vorgelesen, idealerweise in der eigenen Muttersprache. Für Hindus ist die Tradition der Textauslegung unverzichtbar. Drei Sätze werden angeführt, wenn es um das Studium des Heiligen Wortes geht: «Hören, sorgfältig abwägen, und sich einbringen». Das bedeutet, dass die Interpretation der Schriften nicht immer klar ist, sondern Hindu-Gelehrte selbständig und fachkundig darüber nachdenken müssen.

Quellenverzeichnis:

Folgende Textquelle war Vorlage für diesen Beschrieb: www.die-bibel.ch/heilige-Schriften-des-Hinduismus

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Schulhaus: anderes / allgemein
Schuljahr: 2023/2024

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